Zurück zu allen Events

Isa Hesse-Rabinovitch!


  • Fondazione Hermann Hesse 2 Ra Cürta Collina d'Oro, TI, 6926 Svizzera (Karte)

Isa Hesse‑Rabinovitch während der Dreharbeiten zu ihrem Essayfilm Sirenen‑Eiland in New York, 1980/1981 © Unbekannt


Sonderausstellung


28. März 2026 – 1. November 2026 · Museo Hermann Hesse Montagnola


Die neue Sonderausstellung im Museo Hermann Hesse Montagnola rückt eine Frau ins Licht, die lange im Schatten des berühmten Dichters und seiner Familie stand: Isa Hesse‑Rabinovitch, Schwiegertochter von Hermann Hesse, war weit mehr als nur Teil der Familie. Als Grafikerin, Fotografin und Filmemacherin gehörte sie zu den ersten Schweizer Künstlerinnen, die multimedial arbeitete – und dabei stets eigensinnig ihren Weg gingen. Geboren 1917 in Zürich und ausgebildet in Wien, lebte Isa Hesse‑Rabinovitch ab den 1950er‑Jahren immer wieder auch im Tessin. Die Nähe zum Schwiegervater Hermann war nicht nur familiär, sondern auch geistig. Ihre Briefe an ihn (1941–1962) zeugen von einer feinsinnigen Beobachtungsgabe und einem tiefen Verständnis für die Zusammenhänge von Kunst und Gesellschaft. Hermann Hesse wiederum erkannte früh das kreative Potenzial der Frau seines zweitgeborenen Sohnes Heiner und förderte ihren künstlerischen Ausdruck – nicht als Mentor, sondern als Gesprächspartner auf Augenhöhe.

Die Ausstellung zeigt, wie Isa Hesse‑Rabinovitch zwischen Generationen und Medien vermittelte. Unvergessen ist u.a. ihre poetische Videoarbeit zu Maria Geroe‑Toblers Teppich und Hermann Hesses Text darüber. Ihre Werke – von Illustrationen über Fotografien bis hin zu experimentellen Filmen – spiegeln den Zeitgeist und zugleich eine persönliche Handschrift, die sich nie vereinnahmen liess. In der stillen Verbindung zu Hermann Hesse entstand ein Raum für weibliche Kreativität, der bis heute nachhallt. Besonders eindrucksvoll ist ihr Übergang von der grafischen Arbeit zur Kamera – ein Schritt, der sie zur Pionierin des Schweizer Autorenfilms macht. Ihre Filme, oft poetisch und experimentell, greifen Themen wie Identität, Natur und Erinnerung auf und zeigen eine Frau, die sich mit Neugier und Mut in neue Ausdrucksformen wagte.

Im Tessin fand Isa Hesse‑Rabinovitch nicht nur immer wieder Ruhe, sondern auch kreative Resonanz. Die Landschaft, das Licht und die kulturelle Offenheit der Region spiegeln sich in vielen ihrer Werke wider. Die Ausstellung würdigt diese Verbindung und lädt dazu ein, das künstlerische Erbe einer Frau neu zu entdecken, die sich nie mit Konventionen zufriedengab – und deren Stimme heute aktueller denn je klingt.

Kuratiert von Marcel Henry


Vernissage: Samstag, 28. März 2026, 16.30 Uhr


Mit der Unterstützung von:

 
Zurück
Zurück
20. März

Antonia Boschetti: Manca Spazio (Hesse Artist in Residence)

Weiter
Weiter
23. April

Hesse Now – Una biblioteca della letteratura universale